Kaja im Haus Margerita

Kaja Der Terrier

Kaja im Haus Margerita – einfach dabei

Kaja im Haus Margerita – einfach dabei

Kaja, unsere Schwarze Russische Terrier Hündin, kommt seit ihrer 9. Lebenswoche täglich mit zur Arbeit ins Haus Margerita, einer Pflegeeinrichtung für psychisch erkrankte Menschen.
Eigentlich hat sie nie gelernt, dass es auch ein Leben ohne Pflegeheim geben könnte – für sie gehört das ganz selbstverständlich dazu.

Als sie das erste Mal mitkam, wog sie 11 Kilo und passte problemlos auf jeden Schoß in der Verwaltung. Davon ist sie bis heute überzeugt geblieben.
Dass sie inzwischen etwas größer geraten ist, wird von ihr regelmäßig überprüft — sehr vorsichtig, aber ziemlich beharrlich.

Morgens wird kontrolliert

Der Arbeitstag beginnt für sie mit einer festen Runde.
Noch bevor ich richtig angekommen bin, läuft sie durch die Büros und schaut nach, ob alle da sind. Jeder wird begrüßt, manche etwas ausführlicher, besonders wenn jemand etwas in der Tasche hat, das raschelt.

Viele Bewohner wissen genau, wann Kaja normalerweise auftaucht.
Manche stehen erst auf, wenn sie im Aufenthaltsraum war, andere warten regelrecht auf sie. Es gibt tatsächlich Tage, an denen ich zuerst gefragt werde:
„Wo ist Kaja?“

Kontakt ohne Erwartung

In unserem Bereich sind Gespräche nicht immer einfach.
Kaja macht es einfacher, weil sie nichts erwartet. Sie setzt sich dazu oder legt sich daneben. Mehr passiert oft gar nicht.

Es gibt Bewohner, die kaum reden, aber ihr alles erzählen.
Andere gehen nur mit nach draußen, wenn sie mitkommt. Und einige haben über sie überhaupt erst wieder Kontakt zu Mitarbeitern aufgenommen.

Das passiert nicht geplant — es ergibt sich.

Feste Gewohnheiten

Über die Zeit haben sich kleine Zuständigkeiten entwickelt:

  • jemand füllt jeden Tag ihren Wassernapf
  • jemand streichelt sie sehr gewissenhaft
  • jemand hebt ihr Leckerli „für später“ auf
  • jemand achtet darauf, dass sie nicht zu spät ihre Runde macht

Diese Aufgaben werden ernst genommen.
Und oft sind es genau diese Kleinigkeiten, die Struktur in den Tag bringen.

Wenn Stimmung kippt

Unruhe merkt sie sofort. Dann wird sie langsam und bleibt einfach in der Nähe stehen oder liegen. Häufig reicht das schon.

Wir erleben immer wieder Situationen, die sich über sie beruhigen — ohne Aufforderung, ohne Methode. Sie ist einfach da.

Kein Therapiehund

Kaja ist nicht ausgebildet, macht keine Übungen und bekommt keine Arbeitsaufträge.
Sie lebt hier ihren Alltag.

Vielleicht funktioniert es gerade deshalb.
Sie gehört nicht „zum Angebot“, sondern zur Gemeinschaft.

Eigentlich Kollegin

Für die Bewohner sowieso — aber auch für uns Mitarbeiter.
Sie strukturiert den Tag, sorgt für Gesprächsstoff, unterbricht Spannungen und zwingt uns nebenbei regelmäßig zu Bewegung.

Und ganz ehrlich:
Wenn sie einmal nicht dabei ist, fehlt im Haus etwas.

 

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